Empathie & Kommunikation

Was ist Empathie?
„Soziale Intelligenz oder Empathie ist die Fähigkeit, Gedanken, Motive und Gefühle anderer Menschen zu erkennen und mit angemessenen Emotionen darauf zu reagieren."
Wir sprechen also von unserem Einfühlungsvermögen. Eine für das Zusammenleben sehr wichtige Eigenschaft. Auf unsrer Empathie basieren Anteilnahme und Hilfsbereitschaft. Wir helfen anderen in schwierigen Situationen, weil wir ihre Not und ihr Leid selbst spüren. Die Frage ist nun: Warum können wir ganz intuitiv mitfühlen bzw. uns vorstellen, was in einem anderen Menschen vorgeht?
Die Ursache liegt im Gehirn. Die Erklärung dieses Phänomens liegt in den 1991 durch den Neurologen Vittorio Gallese in einem Versuchslabor im italienischen Parma entdeckten speziellen Gehirnzellen, den Spiegelneuronen.
Bis dato hatten die Wissenschaftler an eine strikte Arbeitsteilung der grauen Zellen geglaubt: Bestimmte Bereiche im Gehirn sind nur für das Sehen zuständig, andere steuern ausschließlich das Muskelspiel, so die allgemeine Auffassung. Doch seit Galleses Entdeckung wird der Organisationsplan des Gehirns umgeschrieben.
Spiegelneuronen sind ein weit verzweigtes System von speziellen Nervenzellen in unserem Gehirn. Dort gaukeln uns diese Zellen vor, das Gesehene tatsächlich zu erleben. Sie reagieren beim Beobachten von Verhaltensweisen ebenso, als würde man diese selbst ausführen. Spiegelneuronen werden beispielsweise nicht nur aktiv, wenn wir selbst jemand in den Arm nehmen, sondern auch, wenn wir dies nur sehen.
Diese Nervenzellen werden unter anderem durch die Gegenwart anderer Menschen aktiviert und rufen sozusagen spiegelbildlich die Gefühle oder Körperzustände des anderen in uns wach. Spiegelzellen sind in der Lage, die ganze Palette menschlicher Gefühle zu imitieren: Freude und Trauer, Furcht und Angst.
Tatsache ist: Wir haben ein ziemlich soziales Gehirn.
In letzter Zeit verdichtet sich die Vermutung, dass diese sog. Spiegelneurone im menschlichen Gehirn demnach eine sehr wichtige Rolle für die menschliche Empathiefähigkeit spielen. In diesem Zusammenhang liegen bereits Studien vor, die sich mit dem Funktionieren bzw. Nichtfunktionieren der Spiegelsysteme beschäftigt.
„Heute wird davon ausgegangen, dass das menschliche Spiegelneuronensystem nicht nur bei der Ausführung und Beobachtung von Bewegungen eine Rolle spielt, sondern auch bei höheren kognitiven Prozessen. Dazu gehören zum Beispiel die Sprache, die Fähigkeit andere zu imitieren oder von ihnen zu lernen, ihre Intentionen zu erkennen oder mit ihrem Schmerz zu fühlen."
Wissen und Verständnis
Spiegelneurone sind somit die neurobiologische Basis für unser intuitives Wissen und das Verständnis dessen, was andere fühlen. Sie melden uns, was Menschen in unserer Nähe fühlen, und lassen uns deren Freude oder Schmerz mitempfinden. Deshalb ist Lachen so ansteckend, umgekehrt aber auch eine gedrückte Stimmung.
Schon sehr früh imitieren Babys die Gestik und Mimik der Eltern. Das Gesicht von Vater und Mutter ist - vom Blinzeln bis zum Grimassen schneiden - wie ein Spiegel für die Verhaltensweisen des Kindes. Die Forscher nennen dieses Verhalten, das in jedem von uns verankert ist, Resonanzverhalten.
Resonanzverhalten
Solche ausgelöste Resonanzreaktionen haben jedoch nicht nur psychologische, sondern auch biologische Effekte, denn alle Erfahrungen, die wir in unserer Umwelt machen werden vom Gehirn in biologische Signale verwandelt. Durch diese Signale verändern sich nicht nur die Nervenzell-Verschaltungen des Gehirns, es verändert sich unser Körper insgesamt.
Was Sie erleben, was Ihnen von Anderen widerfährt, beeinflusst und verändert Sie - seelisch und auch körperlich.
Praktische Anwendung finden die Spiegelungsphänomene speziell bei der Aufnahme und Weitergabe von Wissen. Die Empathiefähigkeit mitsamt ihrer daraus folgenden Handlungsoption stellt für das gesamte soziale Leben eine unverzichtbare Bedingung, eine grundlegende Basis dar.
Ist Empathie erlernbar?
Empathie ist also grundsätzlich für die Menschen (wieder) erlernbar. Empathie zu integrieren, vorzuleben und ganz konkret in den Alltag wie den Arbeitsalltag einfließen zu lassen, ist Ziel der Live Competence® Trainings „empathische Kommunikation".
Live Competence® versteht seine Arbeit in dem Mehrwert für die Gesellschaft. Angefangen bei dem Einzelnen, fortgeführt in der Gruppe, ausgedehnt auf ein ganzes Unternehmen. All dies hat letztendlich Auswirkung auf das gesamte soziale Gefüge, auf die Gesellschaft direkt. Die empathische Kommunikation ist ein Beispiel dafür, wie auch im „Kleinen" „GROßES" bewegt werden kann.



